Der Zorn der Trolle ist der dritte Band um die Trolle von Christoph Hardebusch. Der Leser wird 20 Jahre in die Zukunft katapultiert und erfahrt trotzdem viel, wie es den Helden aus den ersten beiden Bänden ergangen ist. Sten und Vicina in Wlachkis und Tamar in Ardoly haben dem Land frieden gebracht. Die Kinder der alten Helden sind erwachsen. Doch ihre Bluttaufe steht bevor, denn neuer Krieg droht, denn Machenschaften sorgen dafür, dass der noch immer schwelende Hass der beiden Volksgruppen aufeinander wieder offen zu Tage tritt. Krieg droht. Und zu allem Überfluss gibt es im Dyrischen Imperium Kräfte, die das Land wieder zurück ins Imperium holen wollen. Eine leichte Beute, wenn die Einwohner sich gegenseitig auslöschen... Die Trolle aber, geführt von Kerr wollen, dass der Dunkelgeist geheilt wird. Werden sich die Erben der Helden vergangener Zeit bewähren? Wird Frieden kommen? Wird der Weiße Eber wieder durch das Land streifen?
Vier Tage.... vier Tage nur habe ich gebraucht, um den Schinken zu verschlingen. Meine Fresse, Hardebusch wird auch immer besser. Die beiden Vorgänger waren schon richtig gut, aber der dritte und letzte Troll-Band legt noch mal ne ganze Schüppe nach. Hardebusch nimmt sich Zeit, er erklärt, er lässt der Fantasie freien Lauf beim Leser und führt ihn doch. Seine Charaktere sind absolut glaubwürdig und nah beim Leser. Er schickt sie auf eine Reise und sie ändern sich. Ein Buch, das süchtig macht, das man nicht aus der Hand legen kann und man selbst den Klogang aufs Ende des nächsten Kapitels verschiebt. Das Buch ist spannend ohne Unterlass, obwohl viel mehr Augenmerk auf die Charaktere, denn auf die Aktion gelegt wird. Und anders als bei Hennen, wird man nicht gezwungen, das Buch mal bei Seite zu legen, um eine bis zehn Zigaretten zu rauchen, um die Nerven wieder gerade zu biegen. Dabei wird das Buch nicht mit Informationen vollgepropft, Hardebusch kostet Momente aus und somit auch der Leser. Nichts kommt zu kurz und selbst Winzigkeiten finden dann irgendwann noch mal Auflösung, obwohl sie vollkommen unwichtig sind. Wundervoll.
Dabei wird mit nichts gegeizt. Spannung, Humor, Wehmut, Trauer und Freue... alles, absolut alles drin und der Leser wird mit einem märchenhaften HappyEnd belohnt, wo man sich als fleißiger Hennenleser die Frage stellen muss: Wo ist der Haken??? Doch es gibt keinen.
Hardebusch gibt dem Leser alles, die Wehmut über die alternden Helden, die Freude oder auch Wut über deren Kinder, das mitfiebern. Obendrein kann ich mir gut vorstellen, dass es sogar möglich ist, das Buch zu lesen, ohne die Vorgänger zu kennen, nur mit ihnen im Rücken wird alles noch mal sehr viel größer, da wirklich die Kinder der alten Helden das Erbe antreten. Sei es von Sten und Vicina, Tamar und Flores und auch Sargan.
Nach diesem wundervollen Fantasieerlebnis ist mir aber eines klar geworden... Hennen und Hardebusch sollten zusammen Bücher schreiben. Die ersten 2/3 Hennen, wegen seiner Wortgewalt und den Spannungsbogen, den er aufbauen kann, das letzte Drittel aber bitte Hardebusch, der die Enden nicht mal eben abreißt und man plötzlich die letzte Seite in Händen hält und man sich sagt, dass da noch mehr versteckt sein muss.
Mein Fazit:
Wer Hardebusch mögen gelernt hat nach den ersten beiden Trollen, der wird ihn hiernach lieben. Der Zorn der Trolle ist dann ein absolutes Muss. Dem normalen Fantasieleser kann es ebenso wärmstens empfehlen.
Achtung Spoiler!!!
Das Flores und Tamar sterben, ist traurig... aber solche Recken und an Altersschwäche im Bett sterben? Niemals... Und dafür hat Hardebusch ihnen ein würdiges, 13 Seiten langes Ende gegeben, was sie mehr als verdient haben! Meine Hochachtung.
Ich war im ersten Moment geschockt, als ich las, das Vicina und Sten nur 10 Jahre ihr Glück genießen durfte, und sie an einer Seuche verstarb... ich hätte mir gewünscht, noch mehr über sie zu lesen und ob aus ihr auch so eine wundervolle Mutter geworden ist, wie aus Sten ein wundervoller Vater. Als aber Sten in der Schlacht um Wlachkis fällt, was mich nicht verwunderte, denn auch er im Bett... irgendwie wäre es seltsam gewesen ohne Vicina an seiner Seite, er die Augen schließt und als der die Dunkeln Pfade betritt, Vicina ihn dort abholt hab ich Rotz und Wasser geheult, weil es einfach ... überraschend kam und mich einfach fortriss in eine Welt der Liebe.
Ansonsten will ich nicht viel hier über Natiole, Ionnis, Ana und Artaynis will ich nicht viel sagen... liest und genießt. Einzig finde ich das Tamar und Flores Tochter Ana, gerade im Vergleich zu Sargans Tochter Artaynis zu kurz weg kommt. 50 Seiten mehr, wo sie mehr beleuchtet wird, hätten dem Buch nicht geschadet. Aber immerhin kann ich mir unter dem was am Ende des Buches steht für das Land in den Bergen eine wundervolle Zukunft vorstellen... und irgendwie... so, genau so würde ich es gerne auch auf Thrumumbahr erleben... irgendwie... hach... das Buch war einfach schön!
Der Zorn der Trolle
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Der Zorn der Trolle
Zuletzt geändert von Alderara am Mi 18. Feb 2009, 18:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Da gibt es wahrlich nichts mehr hinzu zufügen. Außer das ich das Buch in 11 Stunden verschlungen habe. So rasant erzählt Hardebusch das die Augen nur noch so über die Seiten fliegen. Ich kann mich Thorsten nur anschließen. Die drei Trolle - Bücher sind mit diesem Band wirklich zu einem muss geworden. Frei nach dem Motto: Gebt deutschen Autoren eine Chance und ihr werdet nicht enttäuscht werden.