Der Wahrträumer
Verfasst: Sa 4. Jul 2009, 14:09
So, nachdem ich mich jetzt bald Monate durch das Buch gequält habe, bin ich durch und kann etwas über dieses Werk Bernhard Hennens erzählen.
Ich fang mal langsam an. Es ist Themenfantasy. Der Gezeitenweltzyklus, der mit diesem Buch beginnt, 12 Bände umfassen und eine Geschichte über 40 Jahre erzählt werden sollte und an dem insgesamt 4 Autoren beteiligt gewesen waren. Der Wahrträumer ist der erste Band und erschien 2001. Eigentlich sollten alle halbe Jahr ein weiterer dazu kommen, aber 2006 erschien der sechste und bisher letzte Band. Verspätung hin oder her, aber seit Jahren nichts mehr. Bedeutet wohl, dass wegen Flops der Zyklus eingestellt und nie ganz zu Ende erzählt werden wird.
Eigentlich wollten Hennen und Co. eine Fantasywelt erschaffen, die jeder wissenschaftlichen Prüfung stand hält. Bis auf die Magie halt.. Joa... das haben sie wohl auch geschafft. Aber das war's auch.
Worum geht es erst mal. Es geht um die Erde, 480 Jahre nach dem verschwinden Gottes. Aha? Ja... aha hab ich auch gedacht und denke ich auch immer noch. Es wird nicht erklärt, wie vieles nicht erklärt wird. Dafür kann man sehr genau lesen, wie zum Beispiel ein Tsunami funktioniert, oder die Trance eines Schamanen durch irgendwelche Mixturen. Spannend, aber wenn ich darüber was wissen will, kauf mir ein Buch darüber oder guck eine Doku. Aber in einem Fantasyroman will ich das nicht lesen. Da hab ich nix von. Vor allem dann nicht, wenn über dieses Beschreiben vergessen wird eine Geschichte zu erzählen. Denn genau das passiert. Das Buch besteht nur aus Aktion und eben fundiertem Wissen, aber die eigentliche Geschichte wird nur so weit erzählt, dass man überhaupt noch verstehen kann worum es geht.
Die Welt selbst ist mittelalterlich und ohne Schusswaffen. Verschiedene Völker werden beschrieben, die hauptsächlich an Italiener und mongolische Reiter erinnern. Die Welt wird bedroht von Umweltkatastrophen und Wetterphänomenen. Es kommt zu unglaublichem Leid und ganzen Völkerwanderungen. Aber die Magie kommt in die Welt zurück und mit ihr seltsame Monster und Wiedergänger.
In den Hauptrollen sind eine Harpunierin, ein junger Schamane, ein Kirchenmann und ein Feldheer.
Mehr kann man da auch kaum schreiben, denn es ist ja ein erster Band, das Gesamtbild kann sich also kaum entfalten. Was sich aber entfaltet ist das immerwährende Leid. Für die Hauptpersonen, wie auch die ganzen Völker. Da werden Tausende durch einen Tsunami getötet. Leid und Tod bei den anschließenden Seuchen. Anarchie und Machtgerangel durch das Machtvakuum anschließen. Dann das persönliche Leid der Haupthelden. Die Harpunierin verliert ihren Freund... mal eben. Der Schamane fast seine Frau, einen Sohn, der Kirchenmann Ehre und sein eigentlich gutes Leben. Einzig des Kriegsheeren Dasein bleibt im Nirgendwo stehen und wird wohl in den Folgebänden aufgenommen werden.
Irgendwann nach dem Tod des Sohns des Schamanen dachte ich mir, hör auf Thorsten, tu es dir nicht mehr an. Ich hätte es machen sollen. Wer von euch Rabensturm kennt, wird diesen nach Der Wahrträumer als Kindergutenachtgeschichte ansehen. Es war zu viel. Viel zu viel. So eine Scheiße will ich nicht in einem Buch lesen, bei dem ich mich entspannen und in eine andere Welt gleiten will. Schrott, Dreck, Mist. Mir fallen noch üblere Worte ein.
Zu allem Überfluss gibt es eigentlich nur Gute in dem Buch, die alle irgendwie gegeneinander aus plausiblen Gründen kämpfen. Wunderbar. Ich unterstelle das nicht nur als Absicht, sondern als einzige Möglichkeit, um halt Mitfühlen in das Buch zu bekommen. Denn es wird so definitiv einen erwischen, den man mag. Es erwischt natürlich alle. Ganz großes Kino und so wunderbar konstruiert, dass es weh tut. Das Buch beinhaltet 0 Herz seitens des Autors. Braucht kein Mensch. Wenn ich das nicht über eine Geschichte schaffe, sondern nur so, sollte man es bleiben lassen so was zu schreiben.
Einzig die Wortgewalt Hennens bleibt. Wie gewohnt. Aber das ist in diesem Buch das einzig positive. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass die anderen Autoren nicht mal diese haben ist es mehr als kein Wunder, dass der Zyklus geflopt ist und wahrscheinlich, ob der großen Veröffentlichungslücke, eingestellt worden ist. Woran Piper gut getan hat!
Fazit:
Kauft es nicht! Lasst es euch nicht mal schenken! Es ist nicht nur mit Abstand das schlechteste Buch Hennens, es ist das mit Abstand das schlechteste Fantasybuch, das ich je las. Sogar mit Abstand hinter der Zwergenreihe eines Heitz. Der einzige, dem Wahrträumer vielleicht gefällt, ist der Leser, der sich vorstellen kann Realityfantasy, oder Urbanfantasy zu mögen, oder wie immer man das Geschreibsel nennen will und obendrein voll drauf abfährt, nichts anderes als grenzenloses Leid und Verderben im Kleinen wie Großen zu lesen. Es muss eigentlich jemand sein, dem es im richtigen Leben zu gut geht und sich nur so ein bisschen Thrill holen kann. Und selbst der bekäme nie die ganze Geschichte erzählt.
P.S.:
Ich war ungewohnt heftig in meiner Wortwahl? Lasst euch gesagt sein, dass ich mich sogar noch zurück gehalten habe!
Ich fang mal langsam an. Es ist Themenfantasy. Der Gezeitenweltzyklus, der mit diesem Buch beginnt, 12 Bände umfassen und eine Geschichte über 40 Jahre erzählt werden sollte und an dem insgesamt 4 Autoren beteiligt gewesen waren. Der Wahrträumer ist der erste Band und erschien 2001. Eigentlich sollten alle halbe Jahr ein weiterer dazu kommen, aber 2006 erschien der sechste und bisher letzte Band. Verspätung hin oder her, aber seit Jahren nichts mehr. Bedeutet wohl, dass wegen Flops der Zyklus eingestellt und nie ganz zu Ende erzählt werden wird.
Eigentlich wollten Hennen und Co. eine Fantasywelt erschaffen, die jeder wissenschaftlichen Prüfung stand hält. Bis auf die Magie halt.. Joa... das haben sie wohl auch geschafft. Aber das war's auch.
Worum geht es erst mal. Es geht um die Erde, 480 Jahre nach dem verschwinden Gottes. Aha? Ja... aha hab ich auch gedacht und denke ich auch immer noch. Es wird nicht erklärt, wie vieles nicht erklärt wird. Dafür kann man sehr genau lesen, wie zum Beispiel ein Tsunami funktioniert, oder die Trance eines Schamanen durch irgendwelche Mixturen. Spannend, aber wenn ich darüber was wissen will, kauf mir ein Buch darüber oder guck eine Doku. Aber in einem Fantasyroman will ich das nicht lesen. Da hab ich nix von. Vor allem dann nicht, wenn über dieses Beschreiben vergessen wird eine Geschichte zu erzählen. Denn genau das passiert. Das Buch besteht nur aus Aktion und eben fundiertem Wissen, aber die eigentliche Geschichte wird nur so weit erzählt, dass man überhaupt noch verstehen kann worum es geht.
Die Welt selbst ist mittelalterlich und ohne Schusswaffen. Verschiedene Völker werden beschrieben, die hauptsächlich an Italiener und mongolische Reiter erinnern. Die Welt wird bedroht von Umweltkatastrophen und Wetterphänomenen. Es kommt zu unglaublichem Leid und ganzen Völkerwanderungen. Aber die Magie kommt in die Welt zurück und mit ihr seltsame Monster und Wiedergänger.
In den Hauptrollen sind eine Harpunierin, ein junger Schamane, ein Kirchenmann und ein Feldheer.
Mehr kann man da auch kaum schreiben, denn es ist ja ein erster Band, das Gesamtbild kann sich also kaum entfalten. Was sich aber entfaltet ist das immerwährende Leid. Für die Hauptpersonen, wie auch die ganzen Völker. Da werden Tausende durch einen Tsunami getötet. Leid und Tod bei den anschließenden Seuchen. Anarchie und Machtgerangel durch das Machtvakuum anschließen. Dann das persönliche Leid der Haupthelden. Die Harpunierin verliert ihren Freund... mal eben. Der Schamane fast seine Frau, einen Sohn, der Kirchenmann Ehre und sein eigentlich gutes Leben. Einzig des Kriegsheeren Dasein bleibt im Nirgendwo stehen und wird wohl in den Folgebänden aufgenommen werden.
Irgendwann nach dem Tod des Sohns des Schamanen dachte ich mir, hör auf Thorsten, tu es dir nicht mehr an. Ich hätte es machen sollen. Wer von euch Rabensturm kennt, wird diesen nach Der Wahrträumer als Kindergutenachtgeschichte ansehen. Es war zu viel. Viel zu viel. So eine Scheiße will ich nicht in einem Buch lesen, bei dem ich mich entspannen und in eine andere Welt gleiten will. Schrott, Dreck, Mist. Mir fallen noch üblere Worte ein.
Zu allem Überfluss gibt es eigentlich nur Gute in dem Buch, die alle irgendwie gegeneinander aus plausiblen Gründen kämpfen. Wunderbar. Ich unterstelle das nicht nur als Absicht, sondern als einzige Möglichkeit, um halt Mitfühlen in das Buch zu bekommen. Denn es wird so definitiv einen erwischen, den man mag. Es erwischt natürlich alle. Ganz großes Kino und so wunderbar konstruiert, dass es weh tut. Das Buch beinhaltet 0 Herz seitens des Autors. Braucht kein Mensch. Wenn ich das nicht über eine Geschichte schaffe, sondern nur so, sollte man es bleiben lassen so was zu schreiben.
Einzig die Wortgewalt Hennens bleibt. Wie gewohnt. Aber das ist in diesem Buch das einzig positive. Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass die anderen Autoren nicht mal diese haben ist es mehr als kein Wunder, dass der Zyklus geflopt ist und wahrscheinlich, ob der großen Veröffentlichungslücke, eingestellt worden ist. Woran Piper gut getan hat!
Fazit:
Kauft es nicht! Lasst es euch nicht mal schenken! Es ist nicht nur mit Abstand das schlechteste Buch Hennens, es ist das mit Abstand das schlechteste Fantasybuch, das ich je las. Sogar mit Abstand hinter der Zwergenreihe eines Heitz. Der einzige, dem Wahrträumer vielleicht gefällt, ist der Leser, der sich vorstellen kann Realityfantasy, oder Urbanfantasy zu mögen, oder wie immer man das Geschreibsel nennen will und obendrein voll drauf abfährt, nichts anderes als grenzenloses Leid und Verderben im Kleinen wie Großen zu lesen. Es muss eigentlich jemand sein, dem es im richtigen Leben zu gut geht und sich nur so ein bisschen Thrill holen kann. Und selbst der bekäme nie die ganze Geschichte erzählt.
P.S.:
Ich war ungewohnt heftig in meiner Wortwahl? Lasst euch gesagt sein, dass ich mich sogar noch zurück gehalten habe!