Elminster - Making of a Mage
Verfasst: Do 27. Mai 2010, 16:34
Eigentlich wollte ich hier ja keine englischen Bücher besprechen. Vor allem dann nicht, wenn sie nicht übersetzt wurden. Aber auf Elminster will ich dann doch eingehen, vor allem, weil ja doch eine Reihe von Ed Greenwoods Büchern übersetzt wurden.
Eigentlich war dies ja ein letzter Versuch. Die ersten beiden Bücher, die ich von Greenwood gelesen hatte, waren super schlecht, bzw. einfach nicht gut. Aller guten Dinge sind drei und wenn dies jetzt auch wieder so gewesen wäre... wäre es das mit mir und Greenwood gewesen.
Zum Inhalt will ich nicht viel sagen. Es geht halt um Elminster - wohl eine der herausragendsten Figuren der vergessenen Welten - und um dessen Jugend und aufstieg zum Magier.
Man lernt Elminster als Jungen von 14 kennen... Schafe hüten und dann kommt ein Magier mit einem Drachen und lässt ihn fast sterben und dann geht's in Heimatdorf, wo Elminsters Papa der Chef ist - ich dachte: Nein! Bitte nicht die alte Story! Und doch... Greenwood tat es. In Wirklichkeit ist Elminsters Papa der fünfte Sohn des Königs, der wurde getötet. Der böse Bruder übernahm die Macht mit Hilfe von Erzmagiern, die dann ihrerseits die Macht übernahmen und den König als Marionette behielten. Ergo müssen sie die Thronfolger beseitigen, was sie auch tun und Elminsters Mama ist auch keine Bauersfrau, sondern eine Prinzessin. Der Drache macht seinen Job, das Dorf, die Eltern werden verbrannt. Er bekommt die ehemals magische Klinge von Papa und kann fliehen und schwört Rache - - - OH MEIN GOTT!!!
Abgegriffener und billiger geht ja schon gar nicht mehr. Bis mir bewusst wurde, dass das Buch von 94 ist. Oder war die Geschichte, da schon abgegriffen? Na ja... nach diesem Schock der Billigkeit, wurde es tatsächlich gut. Oh ja... wir wundern uns. Denn Greenwood erzählt tatsächlich eine Geschichte... also zwischen den Kämpfen. Um es mal in Zahlen zu sagen. Von 10 Seiten werden drei bis vier oder auch mal fünf dem Kampf gewidmet. Das ist weniger als in den beiden Büchern, die ich zuvor von Greenwood gelesen habe. Aber auf den verbliebenen Seiten erzählt er wirklich eine Geschichte und das auch gut, spannend und glaubwürdig. Dadurch hatte ich das Bedürfnis doch schneller zu lesen und einfach doch noch ein Kapitel zu lesen, auch wenn ich eigentlich Feierabend machen wollte.
Vor allem eines kann er recht gut: Charakter bilden. Die Chars sind glaubwürdig und haben Leben. Obendrein auch Gefühlstiefe und vielleicht ist das auch der Grund, warum mir dieses Buch letztendlich gefallen hat. Es gibt eine Geschichte und dabei Personen mit Tiefe und auch Gefühl, das glaubwürdig ist. Dabei benutz Greenwood eben keine wertenden Adjektive, wie ein Salvatore und was meine Galle zum überkochen bringt. Es geschieht aus der Geschichte heraus.
Klar, auch hier wird es gerade zum Schluss hin überwältigend machtvoll, egal ob bei Salvatore die Schwertkunst oder hier die Magie, wobei ja auch die Göttin der Magie kräftig mithilft. Aber - Elminster braucht die Hilfe der Göttin Mystra um überhaupt zu überleben und seine Queste zu beenden, um dann einer ihrer Erwählten zu werden. Obendrein gelingen die Kämpfe nicht in der mal eben Manier, sondern sind hart erkämpft und gelingen oft genug auch nur mit List und Tücke und mehr als nur Glück.
Dann die Kämpfe. So wie ein Salvatore sich in ausufernden Kampfbeschreibungen ergeht, ergeht Greenwood sich in allen Büchern in der Beschreibung der Wirkung und dem Aussehen von Magie... und ziemlich viel Blut und Eingeweiden... na ja... kann man da nur sagen. Es ist ziemlich bildhaft.
Auch eine wichtige Sache für mich ist Humor. Schon im letzte Band hat mir außer der Person der Storm Silverhand eigentlich ausschließlich der Humor gefallen und das geht hier weiter. Greenwood ist sich eben nicht zu schade, seine eigenen Charaktere Hopps zu nehmen und das auf angenehme Art. Ein Salvatore missbraucht dafür ja eigentlich immer nur die Zwerge... was so gesehen sehr schade ist.
Ein Sache ist mir aber in den Sinn gekommen beim lesen, den ich noch mal ausführen möchte. Leute wie Salvatore und Greenwood (Deswegen die ausschließlichen Verweise auf Salvatore) sind die Topleute in den vergessenen Welten. Aber es ist eine Rollenspielwelt. Ihre Romane sollen flankieren. Ihre Romane bilden die Welt und vor allem bilden sie die Avatare. Eben jene NSC's, die ein Spielleiter auf seine Spieler loslassen kann. Eigentlich sind sie gezwungen eben die Übermächtigen zu beschreiben. Ob sie wollen oder nicht. Und das ist sau schwer, was ich durch meine Lemuri selbst zu Genüge weiß. Charaktere als normal und menschlich darzustellen, obwohl sie letztendlich Halbgötter in Weiß sind, das ist nicht einfach und echt hartes Brot. Und da macht Greenwood seine Sache besser als Salvatore, wie ich sagen muss. Bis ich Drizzt verstand und mich in ihn versetzen konnte, brauchte es ein paar Bücher. Bei Storm Silverhand und jetzt Elminster brauchte es genau ein Buch (Und beide hatten 300 Seiten, das ist nicht viel.). Chars zu beschreiben, dass man mit ihnen fühlt, das kann er eindeutig und dem muss ich dann auch Respekt zollen, denn er bildet die Welt und gibt einem Spielleiter Hilfen an die Hand und einem Spieler das Gefühl einer Welt, gerade wenn man auch die Bücher anderer Autoren liest und die eben die kleinen Lichter und Abenteurer beleuchten und mit Leben erfüllen können. Das umso mehr, weil ich Greenwood bisher nur in Englisch und Salvatore nur in Deutsch gelesen habe und beim Englischen mir mit Sicherheit einige Wortspielereien durchgegangen sind. Sooo gut ist mein Englisch dann doch nicht.
Allein aus dem Aspekt und mal so betrachtet, ist Elminster wirklich nicht schlecht und macht Stormlight eindeutig besser. Crown of Fire bleibt aber grotten schlecht! *gg* Aber... ich werde jetzt doch wagen, mir noch die anderen Bücher von Greenwood, die ich hier liegen habe, zur Brust zu nehmen. Denn wenn er eine Geschichte erzählt, macht er es gut, seine Charaktere haben schnell eine angenehme Tiefe, die auch mit Gefühl gefüllt sind und es gibt einen trockenen, angenehmen Humor, der mich anspricht. Ich würde tatsächlich sagen, dass Greenwood letztendlich doch der bessere Autor als Salvatore ist.
Fazit:
Ich werde bestimmt nicht sagen, dass Elminster jetzt grandiose Fantasy wäre. Bestimmt nicht. Aber sie ist absolut OK und sie war diesmal auch mehr als nur flüssig zu lesen!
Eigentlich war dies ja ein letzter Versuch. Die ersten beiden Bücher, die ich von Greenwood gelesen hatte, waren super schlecht, bzw. einfach nicht gut. Aller guten Dinge sind drei und wenn dies jetzt auch wieder so gewesen wäre... wäre es das mit mir und Greenwood gewesen.
Zum Inhalt will ich nicht viel sagen. Es geht halt um Elminster - wohl eine der herausragendsten Figuren der vergessenen Welten - und um dessen Jugend und aufstieg zum Magier.
Man lernt Elminster als Jungen von 14 kennen... Schafe hüten und dann kommt ein Magier mit einem Drachen und lässt ihn fast sterben und dann geht's in Heimatdorf, wo Elminsters Papa der Chef ist - ich dachte: Nein! Bitte nicht die alte Story! Und doch... Greenwood tat es. In Wirklichkeit ist Elminsters Papa der fünfte Sohn des Königs, der wurde getötet. Der böse Bruder übernahm die Macht mit Hilfe von Erzmagiern, die dann ihrerseits die Macht übernahmen und den König als Marionette behielten. Ergo müssen sie die Thronfolger beseitigen, was sie auch tun und Elminsters Mama ist auch keine Bauersfrau, sondern eine Prinzessin. Der Drache macht seinen Job, das Dorf, die Eltern werden verbrannt. Er bekommt die ehemals magische Klinge von Papa und kann fliehen und schwört Rache - - - OH MEIN GOTT!!!
Abgegriffener und billiger geht ja schon gar nicht mehr. Bis mir bewusst wurde, dass das Buch von 94 ist. Oder war die Geschichte, da schon abgegriffen? Na ja... nach diesem Schock der Billigkeit, wurde es tatsächlich gut. Oh ja... wir wundern uns. Denn Greenwood erzählt tatsächlich eine Geschichte... also zwischen den Kämpfen. Um es mal in Zahlen zu sagen. Von 10 Seiten werden drei bis vier oder auch mal fünf dem Kampf gewidmet. Das ist weniger als in den beiden Büchern, die ich zuvor von Greenwood gelesen habe. Aber auf den verbliebenen Seiten erzählt er wirklich eine Geschichte und das auch gut, spannend und glaubwürdig. Dadurch hatte ich das Bedürfnis doch schneller zu lesen und einfach doch noch ein Kapitel zu lesen, auch wenn ich eigentlich Feierabend machen wollte.
Vor allem eines kann er recht gut: Charakter bilden. Die Chars sind glaubwürdig und haben Leben. Obendrein auch Gefühlstiefe und vielleicht ist das auch der Grund, warum mir dieses Buch letztendlich gefallen hat. Es gibt eine Geschichte und dabei Personen mit Tiefe und auch Gefühl, das glaubwürdig ist. Dabei benutz Greenwood eben keine wertenden Adjektive, wie ein Salvatore und was meine Galle zum überkochen bringt. Es geschieht aus der Geschichte heraus.
Klar, auch hier wird es gerade zum Schluss hin überwältigend machtvoll, egal ob bei Salvatore die Schwertkunst oder hier die Magie, wobei ja auch die Göttin der Magie kräftig mithilft. Aber - Elminster braucht die Hilfe der Göttin Mystra um überhaupt zu überleben und seine Queste zu beenden, um dann einer ihrer Erwählten zu werden. Obendrein gelingen die Kämpfe nicht in der mal eben Manier, sondern sind hart erkämpft und gelingen oft genug auch nur mit List und Tücke und mehr als nur Glück.
Dann die Kämpfe. So wie ein Salvatore sich in ausufernden Kampfbeschreibungen ergeht, ergeht Greenwood sich in allen Büchern in der Beschreibung der Wirkung und dem Aussehen von Magie... und ziemlich viel Blut und Eingeweiden... na ja... kann man da nur sagen. Es ist ziemlich bildhaft.
Auch eine wichtige Sache für mich ist Humor. Schon im letzte Band hat mir außer der Person der Storm Silverhand eigentlich ausschließlich der Humor gefallen und das geht hier weiter. Greenwood ist sich eben nicht zu schade, seine eigenen Charaktere Hopps zu nehmen und das auf angenehme Art. Ein Salvatore missbraucht dafür ja eigentlich immer nur die Zwerge... was so gesehen sehr schade ist.
Ein Sache ist mir aber in den Sinn gekommen beim lesen, den ich noch mal ausführen möchte. Leute wie Salvatore und Greenwood (Deswegen die ausschließlichen Verweise auf Salvatore) sind die Topleute in den vergessenen Welten. Aber es ist eine Rollenspielwelt. Ihre Romane sollen flankieren. Ihre Romane bilden die Welt und vor allem bilden sie die Avatare. Eben jene NSC's, die ein Spielleiter auf seine Spieler loslassen kann. Eigentlich sind sie gezwungen eben die Übermächtigen zu beschreiben. Ob sie wollen oder nicht. Und das ist sau schwer, was ich durch meine Lemuri selbst zu Genüge weiß. Charaktere als normal und menschlich darzustellen, obwohl sie letztendlich Halbgötter in Weiß sind, das ist nicht einfach und echt hartes Brot. Und da macht Greenwood seine Sache besser als Salvatore, wie ich sagen muss. Bis ich Drizzt verstand und mich in ihn versetzen konnte, brauchte es ein paar Bücher. Bei Storm Silverhand und jetzt Elminster brauchte es genau ein Buch (Und beide hatten 300 Seiten, das ist nicht viel.). Chars zu beschreiben, dass man mit ihnen fühlt, das kann er eindeutig und dem muss ich dann auch Respekt zollen, denn er bildet die Welt und gibt einem Spielleiter Hilfen an die Hand und einem Spieler das Gefühl einer Welt, gerade wenn man auch die Bücher anderer Autoren liest und die eben die kleinen Lichter und Abenteurer beleuchten und mit Leben erfüllen können. Das umso mehr, weil ich Greenwood bisher nur in Englisch und Salvatore nur in Deutsch gelesen habe und beim Englischen mir mit Sicherheit einige Wortspielereien durchgegangen sind. Sooo gut ist mein Englisch dann doch nicht.
Allein aus dem Aspekt und mal so betrachtet, ist Elminster wirklich nicht schlecht und macht Stormlight eindeutig besser. Crown of Fire bleibt aber grotten schlecht! *gg* Aber... ich werde jetzt doch wagen, mir noch die anderen Bücher von Greenwood, die ich hier liegen habe, zur Brust zu nehmen. Denn wenn er eine Geschichte erzählt, macht er es gut, seine Charaktere haben schnell eine angenehme Tiefe, die auch mit Gefühl gefüllt sind und es gibt einen trockenen, angenehmen Humor, der mich anspricht. Ich würde tatsächlich sagen, dass Greenwood letztendlich doch der bessere Autor als Salvatore ist.
Fazit:
Ich werde bestimmt nicht sagen, dass Elminster jetzt grandiose Fantasy wäre. Bestimmt nicht. Aber sie ist absolut OK und sie war diesmal auch mehr als nur flüssig zu lesen!