Der Herr der Puppen - Das Geheimnis von Askir 4

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Thorn La Fahr
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Der Herr der Puppen - Das Geheimnis von Askir 4

Beitrag von Thorn La Fahr »

Eigentlich wollten Havald und seine Gefährten so rasch wie möglich weiter nach Askir. Aber die Herrschaft der jungen Emira Faihlyd ist noch lange nicht gesichert und somit auch nicht der Aufbau der neuen zweiten Legion. Doch ist es nicht normale politische Intrige anderer Häuser Besserains, die der Emira und somit auch den Freunden droht, sondern schnell wird klar, dass hinter all dem die Diener des namenlosen Gottes stehen. Des Feindes also, warum Leandra und Havald sich überhaupt auf den Weg gemacht haben. Gefangen in einem Netz aus brutaler Intrige und der ständigen Bedrohung durch gnadenlose Meuchler, versuchen die Gefährten, die Macht des Namenlosen in der Wüstenstadt zu brechen, die Herrschaft Faihlyds zu sichern und somit auch endlich die Weiterreise antreten zu können, um um Hilfe für die ehemaligen Südreiche in ihrem Kampf zu bitten.


Der Göttin sei Dank! Band zwei und drei, vor allem Band zwei, waren wirklich nur Durchhänger gewesen. Im vierten Band knüpft Schwartz nahtlos an die Qualität des ersten Bandes an. In einer perfekten Mischung aus Erzählung, Aktion und Intrige schreitet die Geschichte voran. Die Seiten flogen dabei nur so an mir vorbei. So gesehen könnte ich es kurz machen, denn alles Positive, das ich in meiner Rezension zum ersten Band geschrieben hatte, kann auch hier wieder seine Anwendung finden.
Was mir dabei vor allem auffiel, dass auch wieder der Humor des ersten Bandes vorhanden war. Ich musste herzhaft lachen. Vor allem, weil gerade Havald der Mittelpunkt zwischen vier Frauen war. Leandra, Serafine, Natalyia und auch Faihlyd haben Havald so oft so dermaßen fertig gemacht. Das auf unglaublich reale Art und Weise, dass ich als Mann stellenweise vor Verzweiflung lachen musste. Sie haben Havald wahrlich in ihrem Griff. So sind die Frauen halt ;) Und für mich waren die immer kleinen Episoden das wahre Highlight des Buches. Sei es in Wort, aber gerade auch nur im Blick oder der Geste. Dabei bin ich mir sicher, dass Schwartz die Dunkelelfe Zokora extra aus dem größten Teil des Buches raus gezogen hat, da sie als fünftes Glied wohl endgültig Havalds Tod gewesen wäre. Für mich bleibt da neben der eigentlichen, packenden Geschichte gerade bei der Charakterinteraktion nur ein Wort: Wundervoll! Da sind der dunkle Herrscher Thalak und seine in die Hunderttausend gehenden Heere und seine Mitdiener des namenlosen Gottes doch fast nur eins - Abziehbilder und Nichtigkeiten. Herrlich!
Und doch... immer klarer wird, warum sich Leandra und Havald vielleicht so früh im ersten Band bekommen haben. Natalyia liebt Havald auf ihre Art, ist vielleicht sogar eine Reinkarnation von Havalds Schwester (Anmk.: Ganz wilde Spekulation), Serafine sieht in ihm wahrscheinlich ihren ehemaligen Geliebten, also in Havald eine Reinkarnation und wenn man dann las, dass auch Leandra eine ganz besondere Elfe ist... also ich will ja nicht unken, aber die Liebe der beiden, selbst jetzt mit Eheversprechen... ist nicht so fest, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Aber... es birgt wahrlich sehr viel Potential für das, was noch kommen wird.
Wunderschön auch das Auftreten der Elfen auf ihren Greifen und was dabei mit Serafine und Leandra geschieht und was sie machen. Selten habe ich innerhalb so weniger Seiten in einem Buch so viel lachen müssen und dabei gleichzeitig eine wohlig weiche Wärme ums Herz gespürt.

Auch das Balancing im Buch ist ausgesprochen gut. Zum einen die Helden, die ziemlich aufgepowert sind, aber eben meist durch Magie und/oder Ausrüstung. Oft genug bestehen sie nur durch Glück und reinen Zufall. Aber das glaubwürdig. Ihre Gegner sind entsprechend gleich stark und bedrohlich. Und trotzdem wirken weder die Helden, noch die böse Seite fern jeder Normalität. Das ist schon wirklich brillant gemacht.

Kleiner Wehrmutstropfen ist, dass einer der Hauptcharaktere die Askirsaga verlässt. Aber die Art und Weise war mitreißend geschrieben und gerade das Danach war mehr als nur anrührig und ja, ich hatte feuchte Augen beim lesen. Aber die Seele des Charakters, den man nun über vier Bücher auch hat lieben lernen können ist bei Soltar (Der Totengott in Askir) und nicht in den Klauen der Nekromanten.
Gerade da aber wurde ich stutzig. Schwartz erläutert viele Glaubensaspekte seiner Welt in diesem Buch. Gerade was Seelenwanderung angeht. Ich für meinen Teil hoffe, dass all die Information der Tiefe der Welt dienen soll und nur zur Erklärung, warum Serafine eigentlich doch Helis ist und irgendwie doch auch eben Serafine. Andrerseits... bietet sich hier natürlich eine wunderbare Möglichkeit, Tote doch nicht so ganz tot sein zu lassen. Gerade deutsche Autoren geizen nicht mit dem Tod von Hauptchars und noch weniger, sie mal mehr, mal weniger fadenscheinig wieder auferstehen zu lassen, wenn sie sie doch wieder brauchen sollten.
Ich für meinen Teil hoffe, dass es sich hierbei wirklich nur um Storytiefe handelte und nicht um ein Hintertürchen, das sich Schwartz da - dann aber sehr geschickt - gebaut hat.

Ob ich diese positiven Worte gefunden hätte, wenn ich keine Askirpause eingelegt hätte? Ich weiß es nicht... werde es auch nie wissen. Ich weiß nur, dass ich das Lesen genossen habe und ein wirklich gutes Stück Fantasyliteratur in den Händen hielt. Und eigentlich bin ich mit diesen Worten auch schon beim...


Fazit:
Nur ein Wort: Großartig. Schwartz macht weiter, wo er in Das Letzte Horn aufgehört hatte und beweist, dass es auch wieder aufwärts gehen kann nach dem kleinen Durchhänger in Band zwei und drei. Ich habe wieder Hunger auf mehr und schon liegt Band fünf auf dem Wohnzimmertisch.
Zuletzt geändert von Linisai La Ferenoria am Fr 21. Jan 2011, 15:43, insgesamt 1-mal geändert.
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