Die Zwerge von Elan-Dhor

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Moderator: Thorn La Fahr

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Die Zwerge von Elan-Dhor

Beitrag von Garbosch »

Die Besprechung der neuen Trilogie von Frank Rehfeld.
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Garbosch
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Elbengift

Beitrag von Garbosch »

Elbengift ist der Auftakt zu der neuen Trilogie Die Zwerge von Elan-Dhor von Frank Rehfeld.

Etwas mehr als sieben Jahre sind vergangen, seit die Thir-Ailith vernichtet wurden, als die Zwergenkönigin Tharlia zu einer großen Feier einlädt. Es wird ihr Hochzeit gefeiert. Natürlich kommen sehr viele Würdenträger der Zwerge, der Menschen aber auch der Elben. Unter ihnen der Krieger und Held Lhiuvan der einen anderen Antrieb hat als zu Feiern. Aber er ist sich dessen auch nicht wirklich bewusst …

Wie der ganz kurze Abriss der Geschichte schon zeigt, handelt es in diesem Buch fast nur um Elben. Und das ist gut so. War ich ein wenig enttäuscht in der ersten Trilogie nur einen Hauch von Rehfelds Elben kennen zu lernen, so macht er es hier wieder vollkommen wett. Natürlich treten altbekannte Charaktere auf, aber zunächst beschränkt sich Rehfeld auf etwas anderes: Das Stricken einer neuen Story, dazu braucht man den Elben Lhiuvan, und das erzählen der Geschichte der Elben und der anderen Völker. Es gibt also zwei Handlungsstränge wobei ich die Geschichte warum die Elben sich in das Goldene Tal zurück gezogen haben, warum die Völker sich von ihnen entfremdet haben und vor allem warum es die Thir-Ailith gibt viel spannender finde. Er erzählt dies aus der Sicht einer jungen Elbin und es ist sehr faszinierend zu lesen, wie sich die zwei Meinungen gebildet haben. Ich habe selber festgestellt, dass wenn ich zu der einen Meinung stehe, weil sie einfach logisch ist, dann kommt jemand daher und erzählt etwas ganz anderes und das ist dann ebenso logisch. Es ist wahrlich nicht leicht sich eine Meinung zu bilden und zu sagen wer Recht hat und wer nicht. Diese Geschichte war überfällig oder zumindest wäre es sehr wünschenswert gewesen nach den ersten drei Büchern mehr darüber zu erfahren. Das macht Rehfeld nun. Außerdem spannt er einen Bogen zu einer neuen Geschichte, die sich auch sehr gut anlässt. Dabei schreibt Frank Rehfeld so wie man es von ihm gewohnt ist. Nicht spektakulär aber akkurat und einfach geradlinig gut.

Fazit: Wem die Trilogie Zwergenkrieg gefallen hat, der wird, kann und soll auch hier wieder zuschlagen. Jeder der die oben genannten Bücher nicht kennt, sollte sie zuerst Lesen, denn sonst hat man keine Möglichkeit etwas zu verstehen.
Für mich ist Frank Rehfeld einer der besten deutschen Autoren, was er mit diesem Buch wieder einmal beweist.
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Thorn La Fahr
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Re: Die Zwerge von Elan-Dhor

Beitrag von Thorn La Fahr »

Ich habe auch fertig. Was gibt es dann noch groß zu sagen, was nicht gesagt wurde? Eigentlich nicht viel. Es ist wirklich sehr angenehm, dass Rehfeld nach seinem Hektikanfall in Zwergenblut wieder zu dem zurück gefunden hat, was ihn in den ersten beiden Bänden so auszeichnete: Eine absolut akkurat erzählte Fantasygeschichte zu erzählen, die das Rad gar nicht neu erfinden will und die dabei vor Spannung genauso strotzt, wie von Details, die seine Welt aufbauen. Und genau das geschieht hier auch wieder.

Dass die beiden Handlungsstränge diesmal völlig von einander gelöst sind, tut dem Lesegenuss keinen Abbruch und das wirklich Herausragendste ist die Darstellung aller drei Parteien in der Geschichte von Thalinuel, wie sich die jüngeren Völker von den Elben lossagten, die Elben sich spalteten und so im Verlauf die Tir-Ailith entstanden. Und ja, jede Seite ist nachzuvollziehen und jede Seite hat horrende Fehler gemacht, die schließlich in der Katastrophe endeten. Etwas, was so auch in unserer Realwelt leider ja kein Einzelfall ist.
Dadurch, dass alles auch nur aus der Sicht der einen Seite um Thalinuel erzählt ist, bleiben die Sichtweisen der anderen in ihren Gedankengängen verborgen und nur die Handlungen werden offenbar. Die Spannung, die sich so aufbaut, ist genial und wird wohl auch nie aufgelöst werden, was dem Ganzen eine gehörige Portion Mystik verabreicht, denn dadurch wird es wirklich zu den Wirren der Vergangenheit.

Fazit:
Wieder der Rehfeld, der mich in den ersten beiden Zwergenbänden so begeistert hatte. Elbengift macht Hunger auf die Nachfolger.
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