Das Schicksal der Zwerge

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Thorn La Fahr
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Das Schicksal der Zwerge

Beitrag von Thorn La Fahr »

Das Schicksal der Zwerge - der vierte Band aus Markus Heitz' Zwergenschmiede.

Wo fange ich an? Hm... vielleicht mit dem einfachen. Ich habe es nicht gelesen, ich habe lesen lassen und somit möchte ich auf den Sprecher eingehen. Das heut zu Tage Hörbücher keine Seltenheit und Nieschenerscheinung sind ist klar. Deswegen war eine hochwertige Lesung zu erwarten und das wurde auch erfüllt. Ich persönlich muss zwar sagen, dass mir die Interpretation von Boindils und Rodarios Erben nicht gefallen hat, aber der Sprecher hat es wirklich hinbekommen jedem Charakter eine so eigene Stimme zu geben, dass man schon nach der ersten Silbe wusste, wer jetzt spricht und dafür erhält er meinen tiefsten Respekt. Das Männer natürlich mit der Simulation einer Frauenstimme Probleme haben, kann ich nicht als Abwertung gelten lassen, auch wenn es sich halt... seltsam halt anhört. *gg*

Dann zum Inhalt.

250 Jahre sind ins Land gezogen und das geborgene Land wird von einem Drachen und seinen Schergen, Tausenden Albae, dem bösen Loth Ioanan und einem Kordrion regiert. Das Land liegt in Apathie. Und dann beginnt es sich im Umgebenden Land in der Dunklen Schlucht zu regen. Unverhofft taucht der alte Zwergenheld Tungdil Goldhand auf und unter seiner Führung versuchen die Zwerge das Geborgene Land von den vier Gefahren zu befreien und auch die Dunkle Schlucht endgültig zu schließen.
Aber... ist Tungdil wirklich Tungdil Goldhand?

Markus Heitz schafft es mit seinem einfach, aber eingängigen Sprachstil einen hoch spannenden und vor doch recht überzeugenden Wendungen berstenden Roman die Herzen vergrätzter Leser zurück zu gewinnen. Nicht nur, dass er zwar bei den Schlachten Tausende in den Tod schickt, aber... sie sterben bei einer guten Tat mit Sinn. Entgegen dem, was er verbrochen hat in den Zwergen 2 und 3 kommt er mit einem Mindestmaß an Toten bei jenen mit Namen aus, was meinen Respekt gewinnt, denn gerade das finde ich immer gut. Tatsächlich stirbt wirklich nur ein einziger der Helden und das angemessen und nicht mal eben, wie in den Bänden zuvor. Und... und das ist ein großes und: Es gibt ein Happy End. Ein richtiges, schönes, Happy End! Warum denn nicht eher Herr Heitz? Und jetzt... verlass auch das geborgene Land und kehre nie mehr zurück. Die Leute da heben genug unter dir gelitten.
Es mag sein, dass Markus Heitz den 4. Band wegen des Geldes geschrieben hat, aber trotzdem wird er alle, die sich die Bände davor angetan haben versöhnen und mit guter Fantasy belohnen. Weiter so und jetzt werde ich auch anderes von ihm lesen.

Deswegen mein Fazit:
Wer Band 1 zu Ende und sich durch 2 und 3 gequält hat, wird mit Band 4 in jedem Fall belohnt werden. Deswegen für diese Leute. Empfehlenswert und kauft es euch.
Was ist mit solchen, die die Vorgänger nicht kennen? Nun, ich empfehle Band 1 bedingt und 2 und 3 sind nicht nur schlecht, für mich ist gerade der 3. Band der schlechteste Fantasyroman aller Zeiten und gerade das ist das Problem. Band 4 wird niemand verstehen, der nicht mindestens Band 1 und 3 gelesen hat und Band drei versteht nur, wer Band 2 gelesen hat, deswegen hier die Empfehlung: Lasst es im Regal, es gibt genug andere, gute Fantasy.
Noch eine kleine Anmerkung: Ich will das Buch nicht sehr gut nennen, denn ich glaube, ich bin zu sehr von der Freude des Happy Endes beeindruckt und würde ich es mir ein zweites Mal zu Gemüte führen, würde es manche Länge haben, beziehungsweise, dann wieder viel zu schnell erzählt sein, wenn es spannend wird. Aber das Manko scheint eines von Heitz zu sein, denn das war in allen Büchern so, die ich bisher von ihm gelesen habe.
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