Die Halblinge ist ein Buch für all jene, die eigentlich keine Zeit zum lesen haben. Wenn man sich vornimmt nur 30 Minuten oder 20 Seiten zu lesen, dann kann man das auch ohne Probleme. Das Phänomen 'Nur noch dieses eine Kapitel' ist schlicht nicht vorhanden.
Auf die Geschichte will ich nicht näher eingehen, denn sie ist altbekannt; Held wider Willen stürzt von einem Abenteuer in das nächste.
Dabei ist es wirklich angenehm, dass er dabei keine Stadt, kein Volk oder gar die Welt rettet, sondern immer nur seine Gefährten. Des weiteren fällt es positiv auf, das er nicht zum übermenschlichen (oder Über-Halbling) Kämpfer wird, sondern alles durch Intelligenz löst. Aber das war auch schon im Großen und Ganzen das Positive an dem Buch.
Zwei ganz große Makos hat das Buch:
1. Unzählige nette Ideen, die locker für 1800 Seiten, und nicht 600 Seiten, gerreicht hätten. Konsequenter Weise hat der Autor auch nicht nur eine Idee gut umgesetzt oder sie mal richtig zu Ende geführt. Wenn der Autor nur drei oder vier Ideen gut verpackt hätte, dann wäre es ein gutes Buch geworden, wenn ....
ja wenn
2. Er nicht dasselbe auch bei den Charakteren gemacht hätte. Einzig der Halbling Held wird ausführlich behandelt und man kann mit ihm etwas anfangen, auch wenn man sich bei weitem nicht in ihn hinein versetzen kann. Ansonsten tauchen unzählige Charaktere auf, die einfach blaß bleiben. Dabei sind die Ansätze wirklich gut, denn die Charaktere könnten durchaus interessant werden, aber leider vernachlässigt er das vollkommen. Ein Beispiel: Unser Held lernt auf einem Schiff einen Zwerg kennen. Später im Buch lernt er noch einen Zwerg auf den festland kennen. Außer das die Namen unterschielich sind, kann man sie gegeneinander austauschen. Charakterarbeit ist einfach sehr schwach vom Autor.
Das die Welt in der das ganze spielt den Leser mehr verwirrt als das man sich hinein versetzen kann, ist auch so ein Beispiel wie man eine Idee nicht weiterverfolgt.
Wer den Buchrücken liest, liest den Namen des Helden: Edeltocht Lampenzünder, Bibliothekar. Ich dachte auch 'Was für ein netter Name, das wird bestimmt lustig.'
Weit gefehlt. Im großen und ganzen konnte ich vielleicht 5 Mal Schmunzeln und kein einziges Mal herzhaft Lachen. Auch fehlen bewegende Momente die einen rühren oder schlicht traurig machen könnten. Dabei, wie schon oben erwähnt, hat er dazu die perfekte Idee, aber macht sie konsequent wieder zu nichte.
Das ganze hätte man ja irgendwie aushalten können, wenn nicht zum Schluß ein Drache auftauchen müsste. Wenn man die Drachen von Weis/Hickman kennt, fragt man sich schon was für ein Ding denn das hier sein soll. Und das unser Held ihn vernichtet, das muss auch nicht erwähnt werden. Das ist so schlecht, das es dem ganzen die Krone aufsetzte.
Zum Schluß glaube ich aber, dass das Buch im englischen Original doch gut zu lesen sein dürfte. Der deutsche Übersetzer beckleckert sich nicht gerade mit Ruhm. Teilweise sind die Sätze so seltsam, das man nach dem 5. Mal lesen mit den Schultern zuckt und 'Wird schon nicht so wichtig sein' sagt. Ein sehr gutes Beispiel wie wichtig der Übersetzer für ein Buch in einer anderen Sprache ist. Vielleicht liegt einiges von dem was ich oben beanstandet habe auch an dem Übersetzer, aber bestimmt nicht alles.
Fazit: Wer das Buch schon im Regal stehen hat, wird es wohl lesen. Alle anderen sollten sich nach was anderen umsehen, es gibt soviele wirklich gute Bücher. Ein Vorteil ist, dass man die Nachfolge Romane nicht unbedingt kaufen muss. Die Geschichte endet und das ist gut so.
Die Halblinge
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Re: Die Halblinge
Und es ist dann auch von meiner Wishlist wieder runter geflogen...