Das Reich der Elben
Verfasst: Mi 5. Mai 2010, 10:44
Das Reich der Elben von Alfred Bekker. Hier wird es nicht um das Buch gehen... also nicht nur, sondern um das Hörspiel.
Die Elben wandern aus. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht, weil sie der Lebenswille verlässt. Das wird oft erwähnt. Die Elben nehmen sich das Leben. Sie reisen auf ihren Schiffen seit sehr langer Zeit in einem Nebelmeer. Da verlieren sie sich auch nicht. Muss wohl an der Elbenkraft liegen. Woher sie aber Vorräte bekommen, behält der Autor auch für sich. Gut. Das passiert vor dem Buch, nehmen wir es mal so hin. Sie finden Inseln und treffen auf einen Seher, der den König Cerandir dazu bringt gegen ein Übel zu kämpfen. Der Seher scheint ziemlich böse zu sein, hilft aber ein noch größeres Übel zu bekämpfen und zu besiegen. Als Lohn wollte er mitgenommen werden, wird aber umgebracht. Trotzdem legt er irgendwas Schwarzes in den König. Dies gibt er auch zumindest an einen seiner beiden Söhne weiter. Denn seine Frau Ruwen geht mit Zwillingen schwanger. Ein Wunder unter Elben, die so schon seltenst Kinder haben.
Nach diesem Abenteuer, finden die Elben einen Kontinent und lassen sich nieder. Einige wollen zwar weiter das verheißene Land suchen, aber es sind wenige und sie ziehen weiter und verlassen damit auch die Geschichte. Die Elben beginnen sich nieder zu lassen und bauen ihre Stadt, später ihr Reich auf. Es wird ein Mittel gegen den Lebensüberdruß gefunden, auch wenn es für Baragors Frau zu spät kommt, der einzige Held, der gesehen hat, wie das Schwarze in den König glitt.
Die Elben beginnen sich im neuen Land wieder zu vermehren. Das Reich wächst. Sie treffen auf andere Völker, machen aber Frieden mit ihnen. Auch mit den Menschen. Die Zwillinge werden geboren und bald stellt sich heraus, dass einer wirklich das Schwarze in sich trägt und sich zu den Stäben des Seher hingezogen fühlt, die erbeutet wurden. Die Zwillinge entzweien sich im Laufe der Zeit und gehen ihre eigenen Wege. Dabei treffen die Elben auf ein Menschengeschlecht, das barbarisch ist und im Lauf von Generationen sehen diese die Elben nicht mehr als Götter, sondern greifen an, bis es zu entscheidenden Schlacht kommt.
Es bleibt viel offen, ist aber ja auch ein erster Teil einer Trilogie.
Alfred Bekker kommt eher aus der Schiene Mittelalterliteratur. Seine Elben-Trilogie war der erste Ausflug in die Fantasy. Weitere Veröffentlichungen scheinen auch Fantasy zu sein. Ich muss sagen, er hätte im Mittelalter bleiben sollen. Warum? Fangen wir bei den Elben an. Die Namen sind toll und sie sind unsterblich. Aber das war es mit dem elbischen an ihnen. Ansonsten sind sie vollkommen wie Menschen. Aber das zieht sich weiter. Selbst die Kentauren sind wie Menschen und das sie eigentlich auch Pferde sind, kommt Null rüber. Sämtliche intelligente Rassen unterscheiden sich allenfalls so, wie es Spanier von Franzosen und die wieder von Deutschen täten. Selbst im schlechtesten Salvatore sind Goblins, Goblin, Zwerge, Zwerge, usw. Es fehlt also vollkommen das echte Fantasyfeeling.
Dann zur Geschichte. Diese ist flüssig erzählt und hat Hand und Fuß... bis auf eine Sache, aber dazu später. Hier will ich darauf eingehen, dass das erste Drittel des Hörspiels etwa zwei Tage beschreibt, das zweite Drittel dann einige Monate und das letzte Drittel einige Jahrhunderte. Erst bei der Endschlacht wird es wieder Minutiöser. Das ging gar nicht. Gerade das letzte Drittel. So Zusammenfassungen über Generationen kann man als Prolog machen oder als Anhang in einer Tabelle, aber nicht in einer Geschichte selbst. Es war stinkend langweilig, absolut unpassend und einfach schlecht.
Wie gesagt, er erzählt flüssig und logisch, als aber Ruwen König Cerandir 10 Minuten vor Ende vor der Endschlacht die Elbensteine mitgibt, ist das so ein Hammer. Die höchsten Artefakte an der Brust des Königs. Nie mitgenommen in eine Schlacht. Sollen sie die Herzen der Streiter beflügeln. Und wie es absolut absehbar war, sie gehen verloren. Das ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, passt überhaupt nicht und ist widerlicher Weise göttlicher Wille des Autors, dass es weh tat. Umso mehr, weil er es vorher halt nicht nötig hatte. Sehr schade, denn eigentlich war die Handfestigkeit der Erzählung das einzig wirklich Positive an der Geschichte selbst. Und wenn so was direkt am Ende passiert, bleibt es hängen.
Ein bisschen neugierig wurde ich dann schon. Ich las Rezensionen bei Amazon. Huhhh... 2,5 Sterne. So schlecht? Es werden genau die Punkte mehrfach in den negativen Rezensionen angesprochen, die ich alle nannte. Aber da zum Teil wirklich zerreißend. So schlecht kam mir das Hörspiel dann doch nicht vor und in mir kam eine Idee... das Buch... ist offenbar wirklich schlecht, aber... und damit kommen wir zum Hörspielteil:
Es ist absolut gut gemacht. Die Effekte hervorragend und richtig gesetzt. Die Stimmen zum Teil perfekt ausgewählt. Charakterstark und gut intoniert. Ruwen hat eine Stimme einfach zum verlieben. Ich glaube ziemlich fest, wir haben hier den Fall, dass das Hörspiel besser ist, als das Original. Das die Schwächen des Buches so weit es ging glatt gebügelt wurden. Deswegen bin ich auch auf den zweiten Teil gespannt.
Der ist bei Amazon mit 4,5 Sternen bewertet. Ich bin ja skeptisch und glaube, dass nicht das Buch auf einmal so viel besser wird, sondern nur noch die Bewertet haben, die den ersten Teil gut fanden und alle anderen halt nichts mehr weiter gekauft und gelesen haben. Denn offensichtlich ist nach dem zweiten Hörspiel auch Schluss. Den dritten Teil gibt es nicht mehr. Zumindest wurden die ersten beiden Teile in 2008 veröffentlicht und seitdem ist Sendepause. Der Dritte Teil als Buch ist aber auch schon länger draußen.
Trotzdem bewerte ich vor allem den Mut hier ein Hörspiel zu machen als sehr positiv. Ich finde, Hörbücher sind im Vergleich zu eh schon teuren echten Büchern unverschämt teuer und oftmals auch noch gekürzt. Diese andere Form der Umsetzung zu wählen, ist sehr schön und hier gut gemacht worden.
Fazit:
Eine eher miese Voralge wurde sehr gut umgesetzt und sie ist gut hörbar. Da es nicht so viel Fantasyhörbücher gibt, sollte man es sich ruhig antun, denn so ein Schrot wie die DSA-Hörbücher erwarten einen nicht. Trotzdem... da das Buch offensichtlich mau ist, darf man keine Wunder erwarten. Bessere Bücher sollten so umgesetzt werden. Schön wär's.
Wo ich diesmal viel mit Bewertungen in meiner Rezension gearbeitet habe, gebe ich mal 3 bis 3,5 Sterne von 5. Aber wirklich nur wegen der Hörbuchumsetzung.
Die Elben wandern aus. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht, weil sie der Lebenswille verlässt. Das wird oft erwähnt. Die Elben nehmen sich das Leben. Sie reisen auf ihren Schiffen seit sehr langer Zeit in einem Nebelmeer. Da verlieren sie sich auch nicht. Muss wohl an der Elbenkraft liegen. Woher sie aber Vorräte bekommen, behält der Autor auch für sich. Gut. Das passiert vor dem Buch, nehmen wir es mal so hin. Sie finden Inseln und treffen auf einen Seher, der den König Cerandir dazu bringt gegen ein Übel zu kämpfen. Der Seher scheint ziemlich böse zu sein, hilft aber ein noch größeres Übel zu bekämpfen und zu besiegen. Als Lohn wollte er mitgenommen werden, wird aber umgebracht. Trotzdem legt er irgendwas Schwarzes in den König. Dies gibt er auch zumindest an einen seiner beiden Söhne weiter. Denn seine Frau Ruwen geht mit Zwillingen schwanger. Ein Wunder unter Elben, die so schon seltenst Kinder haben.
Nach diesem Abenteuer, finden die Elben einen Kontinent und lassen sich nieder. Einige wollen zwar weiter das verheißene Land suchen, aber es sind wenige und sie ziehen weiter und verlassen damit auch die Geschichte. Die Elben beginnen sich nieder zu lassen und bauen ihre Stadt, später ihr Reich auf. Es wird ein Mittel gegen den Lebensüberdruß gefunden, auch wenn es für Baragors Frau zu spät kommt, der einzige Held, der gesehen hat, wie das Schwarze in den König glitt.
Die Elben beginnen sich im neuen Land wieder zu vermehren. Das Reich wächst. Sie treffen auf andere Völker, machen aber Frieden mit ihnen. Auch mit den Menschen. Die Zwillinge werden geboren und bald stellt sich heraus, dass einer wirklich das Schwarze in sich trägt und sich zu den Stäben des Seher hingezogen fühlt, die erbeutet wurden. Die Zwillinge entzweien sich im Laufe der Zeit und gehen ihre eigenen Wege. Dabei treffen die Elben auf ein Menschengeschlecht, das barbarisch ist und im Lauf von Generationen sehen diese die Elben nicht mehr als Götter, sondern greifen an, bis es zu entscheidenden Schlacht kommt.
Es bleibt viel offen, ist aber ja auch ein erster Teil einer Trilogie.
Alfred Bekker kommt eher aus der Schiene Mittelalterliteratur. Seine Elben-Trilogie war der erste Ausflug in die Fantasy. Weitere Veröffentlichungen scheinen auch Fantasy zu sein. Ich muss sagen, er hätte im Mittelalter bleiben sollen. Warum? Fangen wir bei den Elben an. Die Namen sind toll und sie sind unsterblich. Aber das war es mit dem elbischen an ihnen. Ansonsten sind sie vollkommen wie Menschen. Aber das zieht sich weiter. Selbst die Kentauren sind wie Menschen und das sie eigentlich auch Pferde sind, kommt Null rüber. Sämtliche intelligente Rassen unterscheiden sich allenfalls so, wie es Spanier von Franzosen und die wieder von Deutschen täten. Selbst im schlechtesten Salvatore sind Goblins, Goblin, Zwerge, Zwerge, usw. Es fehlt also vollkommen das echte Fantasyfeeling.
Dann zur Geschichte. Diese ist flüssig erzählt und hat Hand und Fuß... bis auf eine Sache, aber dazu später. Hier will ich darauf eingehen, dass das erste Drittel des Hörspiels etwa zwei Tage beschreibt, das zweite Drittel dann einige Monate und das letzte Drittel einige Jahrhunderte. Erst bei der Endschlacht wird es wieder Minutiöser. Das ging gar nicht. Gerade das letzte Drittel. So Zusammenfassungen über Generationen kann man als Prolog machen oder als Anhang in einer Tabelle, aber nicht in einer Geschichte selbst. Es war stinkend langweilig, absolut unpassend und einfach schlecht.
Wie gesagt, er erzählt flüssig und logisch, als aber Ruwen König Cerandir 10 Minuten vor Ende vor der Endschlacht die Elbensteine mitgibt, ist das so ein Hammer. Die höchsten Artefakte an der Brust des Königs. Nie mitgenommen in eine Schlacht. Sollen sie die Herzen der Streiter beflügeln. Und wie es absolut absehbar war, sie gehen verloren. Das ist so dermaßen an den Haaren herbeigezogen, passt überhaupt nicht und ist widerlicher Weise göttlicher Wille des Autors, dass es weh tat. Umso mehr, weil er es vorher halt nicht nötig hatte. Sehr schade, denn eigentlich war die Handfestigkeit der Erzählung das einzig wirklich Positive an der Geschichte selbst. Und wenn so was direkt am Ende passiert, bleibt es hängen.
Ein bisschen neugierig wurde ich dann schon. Ich las Rezensionen bei Amazon. Huhhh... 2,5 Sterne. So schlecht? Es werden genau die Punkte mehrfach in den negativen Rezensionen angesprochen, die ich alle nannte. Aber da zum Teil wirklich zerreißend. So schlecht kam mir das Hörspiel dann doch nicht vor und in mir kam eine Idee... das Buch... ist offenbar wirklich schlecht, aber... und damit kommen wir zum Hörspielteil:
Es ist absolut gut gemacht. Die Effekte hervorragend und richtig gesetzt. Die Stimmen zum Teil perfekt ausgewählt. Charakterstark und gut intoniert. Ruwen hat eine Stimme einfach zum verlieben. Ich glaube ziemlich fest, wir haben hier den Fall, dass das Hörspiel besser ist, als das Original. Das die Schwächen des Buches so weit es ging glatt gebügelt wurden. Deswegen bin ich auch auf den zweiten Teil gespannt.
Der ist bei Amazon mit 4,5 Sternen bewertet. Ich bin ja skeptisch und glaube, dass nicht das Buch auf einmal so viel besser wird, sondern nur noch die Bewertet haben, die den ersten Teil gut fanden und alle anderen halt nichts mehr weiter gekauft und gelesen haben. Denn offensichtlich ist nach dem zweiten Hörspiel auch Schluss. Den dritten Teil gibt es nicht mehr. Zumindest wurden die ersten beiden Teile in 2008 veröffentlicht und seitdem ist Sendepause. Der Dritte Teil als Buch ist aber auch schon länger draußen.
Trotzdem bewerte ich vor allem den Mut hier ein Hörspiel zu machen als sehr positiv. Ich finde, Hörbücher sind im Vergleich zu eh schon teuren echten Büchern unverschämt teuer und oftmals auch noch gekürzt. Diese andere Form der Umsetzung zu wählen, ist sehr schön und hier gut gemacht worden.
Fazit:
Eine eher miese Voralge wurde sehr gut umgesetzt und sie ist gut hörbar. Da es nicht so viel Fantasyhörbücher gibt, sollte man es sich ruhig antun, denn so ein Schrot wie die DSA-Hörbücher erwarten einen nicht. Trotzdem... da das Buch offensichtlich mau ist, darf man keine Wunder erwarten. Bessere Bücher sollten so umgesetzt werden. Schön wär's.
Wo ich diesmal viel mit Bewertungen in meiner Rezension gearbeitet habe, gebe ich mal 3 bis 3,5 Sterne von 5. Aber wirklich nur wegen der Hörbuchumsetzung.